Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Informationen zu Blutzucker

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Blutzuckermessgerät
Entstehung von erhöhtem und zu niedrigem Blutzucker

Ein zu niedriger Blutzucker kann genauso gefährlich sein wie ein zu hoher. Das Hormon Insulin nimmt sowohl bei der Entstehung eines zu hohen als auch zu niedrigen Blutzuckers eine Schlüsselrolle ein. Der Blutzucker steigt beim Genuss kohlenhydratreicher Nahrung – wie z. B. Back- und Süßwaren, Nudeln oder Reis – an. Das gleichzeitig über die Bauchspeicheldrüse in den Blutkreislauf ausgeschüttete Hormon Insulin sorgt dafür, dass die aus dem Zucker in den o. g. Nahrungsmitteln gebildete Glukose in die Zellen aufgenommen wird. Die Zellen speichern die Glukose in Form von Glykogen oder setzen sie schließlich als Energie frei. Ist dieser Kreislauf gestört, kommt es zu erhöhtem oder niedrigem Blutzucker, auch Über- oder Unterzuckerung genannt.

Entstehung von erhöhtem und zu niedrigem Blutzucker

Wird im Körper nicht ausreichend Insulin gebildet oder ist seine Wirkung eingeschränkt, dann steigt der Blutzucker an. Wird hingegen genügend Insulin produziert, dann sinkt der Blutzucker wieder. Im Schlaf, beim Sport, bei Nahrungsmangel oder Mahlzeiten mit schnell resorbierbaren Kohlenhydraten („Leere Kalorien“) sinkt er ebenfalls. Wird dabei ein bestimmtes Blutzuckerniveau unterschritten, dann ist der Blutzucker zu niedrig und muss wieder ausgeglichen werden.

Entstehung von erhöhtem Blutzucker: Diabetes mellitus Typ 1

Beim Typ 1 Diabetes mellitus – einer Autoimmunerkrankung – bildet die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) zu geringe Mengen an Insulin. Der Blutzucker ist zu hoch. Diabetes mellitus Typ 1 wird in der Regel bei Kindern festgestellt. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 müssen ihrem Körper täglich künstlich hergestelltes Insulin zuführen, um den Blutzucker zu senken und ihn darüber hinaus kontinuierlich mit einem Blutzuckermessgerät kontrollieren.

Entstehung von erhöhtem Blutzucker: Diabetes mellitus Typ 2

Die Mehrheit aller Diabetiker leidet hingegen an einer sogenannten Insulinunempfindlichkeit (Diabetes mellitus Typ 2). Nach derzeitigem Forschungsstand stellt die Bauchspeicheldrüse zu Beginn der Erkrankung noch nicht zu wenig Insulin her. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion herunterfahren und schließlich einstellen. Der Blutzucker steigt. Dieses Phänomen der Entstehung von hohem Blutzucker wird auch als Insulinresistenz bezeichnet.

Zur Entstehung dieser Insulinunempfindlichkeit oder Insulinresistenz kann das sogenannte Metabolische Syndrom mit den Risikofaktoren Übergewicht – insbesondere viel Bauchfett (Viszerale Adipositas) – hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Unregelmäßigkeiten bei der Glukoseverarbeitung bei. Die Ursachen dafür sind meist eine falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Entstehung von erhöhtem Blutzucker: weitere Formen

Unter dem Namen Diabetes Typ 3 werden Blutzuckererkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen zusammengefasst: Dazu gehört Diabetes als Folge von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (z. B. Chronische Pankreatitis) oder Infektionen wie z. B. eine angeborene Rötelninfektion. Auch Hormonstörungen wie z. B. Riesenwuchs (Akromegalie) und Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Tumoren (Insulinom), Gendefekte oder Medikamente (u. a. Kortison) können für die Entstehung eines hohen Blutzuckers verantwortlich sein.

Eine weitere Diabetesform ist der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Dieser kann bei der Mutter aufgrund von vorübergehenden hormonellen Veränderungen entstehen. Oft leidet die Schwangere auch an einem erhöhten Blutdruck und einer Ausschüttung von Eiweiß im Urin.

In allen oben beschriebenen Fällen ist die kontinuierliche Kontrolle des Blutzuckers mit einem Blutzuckermessgerät ein wichtiger Therapiebestandteil. Auf diesem Wege kann man einer Über- oder Unterzuckerung auf die Spur kommen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Entstehung von zu niedrigem Blutzucker

Ein zu niedriger Blutzuckerwert ist meist auf eine zu hohe Dosis Insulin zurückzuführen, die Teil der Diabetestherapie sein kann. Hier sollte schnellstmöglich gehandelt werden, indem der Betroffene Nahrung zuführt, die den Blutzuckerspiegeln schnell ansteigen lässt, wie z. B. Traubenzucker oder Cola.

Andrea Kristian

18. September 2017
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12. September 2017
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Therapie Blutzucker

Bei der Therapie von erhöhten Blutzuckerwerten und damit von Diabetes gibt es unterschiedliche Therapieformen. Bei Diabetes Typ 1 wird der erhöhte Blutzucker mit der Gabe von Insulin therapiert. So wird z. B. bei der intensivierten Insulintherapie mehrmals am Tag Insulin zugeführt. Bei der Insulinpumpentherapie wird über eine Kanüle kontinuierlich ein Insulinanalogon verabreicht.

Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes liegt der Schwerpunkt auf eine Umstellung der Ernährung und auf mehr Bewegung. Je nach Ausprägung können zusätzlich auch Antidiabetika verabreicht werden. Wichtig bei allen Diabetesformen ist die kontinuierliche Kontrolle des Blutzuckers mit einem Blutzuckermessgerät.

Derzeit leben in Deutschland, laut Robert Koch-Institut, etwa 4,6 Millionen Menschen, die unter zu hohem Blutzucker – einem Indikator für die unter dem Sammelbegriff Diabetes mellitus zusammengefassten Stoffwechselstörungen – leiden. Tendenz steigend. Doch weiß nur jeder Fünfte von seinem hohen Blutzucker. Ein chronisch hoher Blutzucker hat mittelfristig dramatische Konsequenzen für die Gesundheit: Arterien, Nieren und Nerven werden geschädigt, Wunden verheilen nur langsam – und auch das Liebesleben kann u. U. durch Erektionsstörungen beeinträchtigt sein. Erhöht sich der Blutzucker extrem oder sinkt er rasch ab, dann drohen im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit und Koma. Mit einem Blutzuckermessgerät können Blutzuckerwerte kontrolliert werden.

Mit einem Blutzuckermessgerät kontrolliert der Betroffene mehrmals am Tag selbstständig seine Blutzuckerwerte. Es wird, je nach Ausführung, der Blutzuckerwert im Vollblut oder im Blutplasma ausgewiesen. Es gibt unterschiedliche Verfahren der Bestimmung, wie z. B. die optische Messung, die amperometrische Messung und die nichtinvasive Messung. So wird bei der optischen Messung und bei der amperometrische Messung ein auf einem Teststreifen befindlicher Blutstropfen analysiert. Bei der nichtinvasiven Methode hingegen ermittelt ein Sensor ohne Piks den Wert. Wichtig ist bei jedem Blutzuckermessgerät, dass sich der Betroffenen sehr genau über die Funktionsweise informiert, um keine fehlerhaften Werte zu erhalten.