Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Informationen zu Blutzucker

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Blutzuckermessgerät
Wissenswertes zum Blutzuckermessgerät

Mit einem Blutzuckermessgerät kontrolliert der Betroffene mehrmals am Tag selbstständig seine Blutzuckerwerte. Es wird, je nach Ausführung, der Blutzuckerwert im Vollblut oder im Blutplasma ausgewiesen. Es gibt unterschiedliche Verfahren der Bestimmung, wie z. B. die optische Messung, die amperometrische Messung und die nichtinvasive Messung. So wird bei der optischen Messung und bei der amperometrische Messung ein auf einem Teststreifen befindlicher Blutstropfen analysiert. Bei der nichtinvasiven Methode hingegen ermittelt ein Sensor ohne Piks den Wert. Wichtig ist bei jedem Blutzuckermessgerät, dass sich der Betroffenen sehr genau über die Funktionsweise informiert, um keine fehlerhaften Werte zu erhalten.

Wissenswertes zum Blutzuckermessgerät

Wie kann man Blutzucker kontrollieren?

In Deutschland hat Diabetes mellitus in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Nach aktuellen Prognosen wird Diabetes Typ 2 künftig aufgrund veränderter Lebensbedingungen sogar noch schneller ansteigen. Mit einem Blutzuckermessgerät, dessen Anschaffung in der Regel samt notwendiger Teststreifen zu einem Teil von den Krankenkassen bezuschusst wird, können sowohl Menschen ihre Werte regelmäßig selbst kontrollieren, den Verlauf beobachten und Abweichungen von der Norm flexibel entgegenwirken. So können zu hohe und zu niedrige Blutzuckerwerte vermeiden werden. Ein Arzt oder Apotheker gibt ihnen zuvor eine Einweisung in den Gebrauch eines Blutzuckermessgeräts.

Wissenswertes zum Blutzuckermessgerät: Welche Arten der Blutzuckermessung gibt es?

Ein Blutzuckermessgerät kann den Blutzucker mithilfe einer optischen, amperometrischen oder nicht-invasive Messung ermitteln. Heutzutage arbeitet ein Blutzuckermessgerät zur Selbstkontrolle i. d. R. nach den Methode der amperometrischen Messung. Es benötigt nur eine geringe Blutmenge, um in Sekundenschnelle den Blutzucker zu bestimmen. Dabei zeigt ein Blutzuckermessgerät keine 100-prozentig sicheren Werte auf. Laut ISO-Norm für ein zertifiziertes Blutzuckermessgerät werden Abweichungen von bis zu 20 Prozent für 95% der Messwerte toleriert.

Je nach Kalibrierung weisen Blutzuckermessgeräte den Blutzucker im Vollblut oder im Blutplasma aus und zeigen deswegen unterschiedliche Werte auf. Sie werden im Hinblick auf eine Vereinheitlichung nach einem bestimmten Schlüssel umgerechnet.

Wissenswertes zum Blutzuckermessgerät: Wie funktioniert die optische Messung?

Bei der optischen Messung mit einem Blutzuckermessgerät wird ein Blutstropfen aus der Fingerspitze auf einen Teststreifen geleitet. Die dort eingelagerten chemischen Stoffe reagieren mit dem Blut, die Farbe des Testfelds ändert sich entsprechend. Diese Farbänderung wird vom Blutzuckermessgerät erfasst, um daraus den Blutzucker zu bestimmen. Das Ergebnis kann der Patient dann am Display ablesen.

Wissenswertes zum Blutzuckermessgerät: Wie funktioniert die amperometrische Messung?

Bei der amperometrischen Messung über ein Blutzuckermessgerät kommt das Blut im Testfeld in Kontakt mit Glukoseoxidase und mit verschiedenen Elektroden. Das Blutzuckermessgerät bestimmt in diesem Fall den Blutzucker über Strom.

Wissenswertes zum Blutzuckermessgerät: Wie funktioniert die nichtinvasive Messung?

Bei sogenannten nichtinvasiven Methoden, wie z. B. CGM (Continuous Glucose Monitoring), wird der Blutzucker ohne Blutentnahme mithilfe eines Sensors rund um die Uhr gemessen und festgehalten. Dieses Blutzuckermessgerät ermöglicht somit sowohl dem Patienten als auch dem Arzt einen 24-Stunden-Überblick.

Neue Blutzuckermessgeräte in der Entwicklung

Neue Blutzuckermessgeräte finden sich in der Entwicklung und Forschung. Eine optische Spektralanalyse misst über einen Mikrosensor im Auge des Patienten via Laser den Blutzucker. Auch die Injektion eines fluoreszierenden Glukose empfindlichen Nanosensors befindet sich noch in der Erforschung.

Andrea Kristian

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Derzeit leben in Deutschland, laut Robert Koch-Institut, etwa 4,6 Millionen Menschen, die unter zu hohem Blutzucker – einem Indikator für die unter dem Sammelbegriff Diabetes mellitus zusammengefassten Stoffwechselstörungen – leiden. Tendenz steigend. Doch weiß nur jeder Fünfte von seinem hohen Blutzucker. Ein chronisch hoher Blutzucker hat mittelfristig dramatische Konsequenzen für die Gesundheit: Arterien, Nieren und Nerven werden geschädigt, Wunden verheilen nur langsam – und auch das Liebesleben kann u. U. durch Erektionsstörungen beeinträchtigt sein. Erhöht sich der Blutzucker extrem oder sinkt er rasch ab, dann drohen im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit und Koma. Mit einem Blutzuckermessgerät können Blutzuckerwerte kontrolliert werden.

Ein zu niedriger Blutzucker kann genauso gefährlich sein wie ein zu hoher. Das Hormon Insulin nimmt sowohl bei der Entstehung eines zu hohen als auch zu niedrigen Blutzuckers eine Schlüsselrolle ein. Der Blutzucker steigt beim Genuss kohlenhydratreicher Nahrung – wie z. B. Back- und Süßwaren, Nudeln oder Reis – an. Das gleichzeitig über die Bauchspeicheldrüse in den Blutkreislauf ausgeschüttete Hormon Insulin sorgt dafür, dass die aus dem Zucker in den o. g. Nahrungsmitteln gebildete Glukose in die Zellen aufgenommen wird. Die Zellen speichern die Glukose in Form von Glykogen oder setzen sie schließlich als Energie frei. Ist dieser Kreislauf gestört, kommt es zu erhöhtem oder niedrigem Blutzucker, auch Über- oder Unterzuckerung genannt.

Therapie Blutzucker

Bei der Therapie von erhöhten Blutzuckerwerten und damit von Diabetes gibt es unterschiedliche Therapieformen. Bei Diabetes Typ 1 wird der erhöhte Blutzucker mit der Gabe von Insulin therapiert. So wird z. B. bei der intensivierten Insulintherapie mehrmals am Tag Insulin zugeführt. Bei der Insulinpumpentherapie wird über eine Kanüle kontinuierlich ein Insulinanalogon verabreicht.

Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes liegt der Schwerpunkt auf eine Umstellung der Ernährung und auf mehr Bewegung. Je nach Ausprägung können zusätzlich auch Antidiabetika verabreicht werden. Wichtig bei allen Diabetesformen ist die kontinuierliche Kontrolle des Blutzuckers mit einem Blutzuckermessgerät.