Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Informationen zu Blutzucker

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Blutzuckermessgerät
Diagnose von Blutzucker

Mehren sich die Anzeichen für Diabetes mellitus, führt der Arzt zur Diagnose eine ausführliche Untersuchung durch: Dazu wird als Erstes der Fingerspitze des Patienten Kapillarblut entnommen und im Labor auf den Blutzucker hin untersucht. Ein oraler Glukosetoleranztest wird zur Bestimmung des Blutzuckerwertes durchgeführt. Darüber hinaus wird auch der HbA1c-Wert zur Diagnose des Blutzuckers bestimmt. Auch ein Test auf Zuckeraufkommen im Urin kann sinnvoll sein. Bei Abweichungen von den jeweiligen Standardwerten ist eine Diabeteserkrankung wahrscheinlich. Hat der Arzt eine entsprechende Diagnose gestellt, kann der Patient seinen Blutzucker auch selbst regelmäßig mit einem Blutzuckermessgerät kontrollieren.

Diagnose von Blutzucker

Diagnose von Blutzucker: Maßeinheiten zur Blutzuckermessung

In den meisten Ländern wird der Blutzucker mit der internationalen Einheit mmol/l (Millimol pro Liter) gemessen. In Deutschland kommt – ebenso wie in den USA, Polen, Frankreich, Japan oder Österreich – oft noch die Einheit mg/dl (Milligramm pro Deziliter) zum Einsatz.

Diagnose von Blutzucker: Standardwerte

Normalerweise liegt der Blutzuckerspiegel im nüchternen Zustand bei Gesunden – also noch vor dem Frühstück – bei Werten unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l) laut Deutscher Diabetes Gesellschaft. Ca. zwei Stunden nach einer Mahlzeit liegt er unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l) im venösen Plasma.

Liegt der Blutzucker vor dem Frühstück über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder nach den Mahlzeiten über 200 mg/dl (11,1 mmol/l), leidet der Patient an Diabetes mellitus. Ein Blutzuckerwert im nüchternen Zustand zwischen 100 (5,6 mmol/l) und 126 mg/dl im venösen Plasma (7,0 mmol/l) kann ein Zeichen für einen Prädiabetes sein. Weitere Tests – wie z. B. ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT) – liefern weitere Beweise. Für Kinder und Jugendliche gelten andere Werte.

Diagnose von Blutzucker: Oraler Glukosetoleranztest (OGTT)

Bei einem oralen Glukosetoleranztest – auch Zuckerbelastungstest – trinkt der Patient Zuckerwasser . Sowohl vor als auch nach dem Trinken wird der Blutzucker mit einem Blutzuckermessgerät gemessen. Ergibt die Messung nach zwei Stunden Werte um 200 mg/dl oder 11,1 mmol/l im venösen Plasma, liegt Diabetes mellitus vor.

Diagnose von Blutzucker: HbA1c-Wert

Das HbA1c (Glykohämoglobin) ist der Farbstoff in den roten Blutkörperchen, der sich mit dem Zucker verbunden hat. Das HbA1c zeigt die durchschnittliche Konzentration des Blutzuckers in den vergangenen sechs bis acht Wochen. Der HbA1c-Wert wird deswegen auch Blutzuckergedächtnis genannt. Die Diagnose Diabetes liegt in den Fällen vor, in denen das HbA1c bei über 48 mmol/mol (6,5 Prozent) liegt.

Diagnose von Blutzucker: Zucker im Urin

Auch die Zuckerkonzentration (Glukosurie) im Urin gibt einen Hinweis auf die Diagnose Diabetes mellitus. Ihre Höhe kann schnell und unkompliziert mit einem Glukoseteststreifen gemessen werden.

Diagnose von Blutzucker: Test auf Ketoazidose

Können die Zellen aufgrund eines Insulinmangels keinen Zucker verwerten, suchen sie sich einen anderen Weg: Sie nutzen die Ketonkörper, ein Produkt des Kohlenhydratstoffwechsels in der Leber, um ihren Energiebedarf zu decken. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Vorkommen an Ketonkörpern. Der Arzt kann die Ketonkörper mithilfe eines Teststreifens nachweisen (Ketonurie).

Neben der Bestimmung des Blutzuckers erfolgen beim Arztbesuch außerdem die Messung des Körpergewichts, des Blutdrucks sowie ein sogenannter Mikroalbuminurietest (Urinuntersuchung auf Eiweiße), um mögliche Nierenschäden zu erkennen.

Der Betroffene kann seinen Blutzucker mit einem Blutzuckermessgerät auch zu Hause ermitteln.

Andrea Kristian

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Derzeit leben in Deutschland, laut Robert Koch-Institut, etwa 4,6 Millionen Menschen, die unter zu hohem Blutzucker – einem Indikator für die unter dem Sammelbegriff Diabetes mellitus zusammengefassten Stoffwechselstörungen – leiden. Tendenz steigend. Doch weiß nur jeder Fünfte von seinem hohen Blutzucker. Ein chronisch hoher Blutzucker hat mittelfristig dramatische Konsequenzen für die Gesundheit: Arterien, Nieren und Nerven werden geschädigt, Wunden verheilen nur langsam – und auch das Liebesleben kann u. U. durch Erektionsstörungen beeinträchtigt sein. Erhöht sich der Blutzucker extrem oder sinkt er rasch ab, dann drohen im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit und Koma. Mit einem Blutzuckermessgerät können Blutzuckerwerte kontrolliert werden.

Mit einem Blutzuckermessgerät kontrolliert der Betroffene mehrmals am Tag selbstständig seine Blutzuckerwerte. Es wird, je nach Ausführung, der Blutzuckerwert im Vollblut oder im Blutplasma ausgewiesen. Es gibt unterschiedliche Verfahren der Bestimmung, wie z. B. die optische Messung, die amperometrische Messung und die nichtinvasive Messung. So wird bei der optischen Messung und bei der amperometrische Messung ein auf einem Teststreifen befindlicher Blutstropfen analysiert. Bei der nichtinvasiven Methode hingegen ermittelt ein Sensor ohne Piks den Wert. Wichtig ist bei jedem Blutzuckermessgerät, dass sich der Betroffenen sehr genau über die Funktionsweise informiert, um keine fehlerhaften Werte zu erhalten.

Ein zu niedriger Blutzucker kann genauso gefährlich sein wie ein zu hoher. Das Hormon Insulin nimmt sowohl bei der Entstehung eines zu hohen als auch zu niedrigen Blutzuckers eine Schlüsselrolle ein. Der Blutzucker steigt beim Genuss kohlenhydratreicher Nahrung – wie z. B. Back- und Süßwaren, Nudeln oder Reis – an. Das gleichzeitig über die Bauchspeicheldrüse in den Blutkreislauf ausgeschüttete Hormon Insulin sorgt dafür, dass die aus dem Zucker in den o. g. Nahrungsmitteln gebildete Glukose in die Zellen aufgenommen wird. Die Zellen speichern die Glukose in Form von Glykogen oder setzen sie schließlich als Energie frei. Ist dieser Kreislauf gestört, kommt es zu erhöhtem oder niedrigem Blutzucker, auch Über- oder Unterzuckerung genannt.