Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Informationen zu Blutzucker

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Blutzuckermessgerät
Was ist Blutzucker?

Derzeit leben in Deutschland, laut Robert Koch-Institut, etwa 4,6 Millionen Menschen, die unter zu hohem Blutzucker – einem Indikator für die unter dem Sammelbegriff Diabetes mellitus zusammengefassten Stoffwechselstörungen – leiden. Tendenz steigend. Doch weiß nur jeder Fünfte von seinem hohen Blutzucker. Ein chronisch hoher Blutzucker hat mittelfristig dramatische Konsequenzen für die Gesundheit: Arterien, Nieren und Nerven werden geschädigt, Wunden verheilen nur langsam – und auch das Liebesleben kann u. U. durch Erektionsstörungen beeinträchtigt sein. Erhöht sich der Blutzucker extrem oder sinkt er rasch ab, dann drohen im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit und Koma. Mit einem Blutzuckermessgerät können Blutzuckerwerte kontrolliert werden.

Ein zu niedriger Blutzucker kann genauso gefährlich sein wie ein zu hoher. Das Hormon Insulin nimmt sowohl bei der Entstehung eines zu hohen als auch zu niedrigen Blutzuckers eine Schlüsselrolle ein. Der Blutzucker steigt beim Genuss kohlenhydratreicher Nahrung – wie z. B. Back- und Süßwaren, Nudeln oder Reis – an. Das gleichzeitig über die Bauchspeicheldrüse in den Blutkreislauf ausgeschüttete Hormon Insulin sorgt dafür, dass die aus dem Zucker in den o. g. Nahrungsmitteln gebildete Glukose in die Zellen aufgenommen wird. Die Zellen speichern die Glukose in Form von Glykogen oder setzen sie schließlich als Energie frei. Ist dieser Kreislauf gestört, kommt es zu erhöhtem oder niedrigem Blutzucker, auch Über- oder Unterzuckerung genannt.

Therapie Blutzucker

Bei der Therapie von erhöhten Blutzuckerwerten und damit von Diabetes gibt es unterschiedliche Therapieformen. Bei Diabetes Typ 1 wird der erhöhte Blutzucker mit der Gabe von Insulin therapiert. So wird z. B. bei der intensivierten Insulintherapie mehrmals am Tag Insulin zugeführt. Bei der Insulinpumpentherapie wird über eine Kanüle kontinuierlich ein Insulinanalogon verabreicht.

Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes liegt der Schwerpunkt auf eine Umstellung der Ernährung und auf mehr Bewegung. Je nach Ausprägung können zusätzlich auch Antidiabetika verabreicht werden. Wichtig bei allen Diabetesformen ist die kontinuierliche Kontrolle des Blutzuckers mit einem Blutzuckermessgerät.

Diagnose Blutzucker

Mehren sich die Anzeichen für Diabetes mellitus, führt der Arzt zur Diagnose eine ausführliche Untersuchung durch: Dazu wird als Erstes der Fingerspitze des Patienten Kapillarblut entnommen und im Labor auf den Blutzucker hin untersucht. Ein oraler Glukosetoleranztest wird zur Bestimmung des Blutzuckerwertes durchgeführt. Darüber hinaus wird auch der HbA1c-Wert zur Diagnose des Blutzuckers bestimmt. Auch ein Test auf Zuckeraufkommen im Urin kann sinnvoll sein. Bei Abweichungen von den jeweiligen Standardwerten ist eine Diabeteserkrankung wahrscheinlich. Hat der Arzt eine entsprechende Diagnose gestellt, kann der Patient seinen Blutzucker auch selbst regelmäßig mit einem Blutzuckermessgerät kontrollieren.

Was ist Blutzucker?

Unter Blutzucker versteht man die Höhe des Glukoseanteils im Blut. Glukose (Traubenzucker) liefert dem Körper Energie. Glukose gelangt direkt über die Darmwand ins Blut. Das Hormon Insulin sorgt über Biosynthese dafür, dass der Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht bleibt. Ist dieser Mechanismus gestört, kann die kontinuierliche Blutzuckermessung mit einem Blutzuckermessgerät angezeigt sein.

 

Blutzuckermessgeraet

Was ist zu hoher Blutzucker?

Das Hormon Insulin wird in den Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten wird über die Beta-Zellen Insulin ins Blut ausgeschüttet, um den Blutzucker zu senken. Dies ermöglicht es der Glukose überhaupt erst in die Zellen zu gelangen. Wird nicht ausreichend Insulin im Körper produziert, hat das blutzuckererhöhende Hormon Glucagon ein leichtes Spiel. Ist der Blutzucker zu hoch, dann spricht man von Hyperglykämie, ein zu niedriger Blutzucker heißt Hypoglykämie.

In der Medizin ist der Blutzucker ein wichtiger Messwert für die Diagnose von Erkrankungen. Ist der Blutzucker über einen längeren Zeitraum zu hoch, liegt der Verdacht auf Diabetes mellitus nahe. Er wird in Diabetes mellitus Typ 1 und 2 eingeteilt. Des Weiteren kann man Schwangerschaftsdiabetes und andere Diabetesformen unterscheiden.

Was sind die Symptome von Diabetes mellitus Typ 1?

Hinweise auf einen Typ-1-Diabetes sind z. B. Symptome wie starker Durst und Harndrang (häufiges Wasserlassen), Gewichtsverlust und Müdigkeit. Von der Autoimmunkrankheit Diabetes mellitus Typ 1 sind jedoch nur etwa fünf Prozent aller Deutschen mit zu hohem Blutzucker betroffen. Sie müssen mehrmals am Tag ihre Werte mit einem Blutzuckermessgerät messen.

Was sind die Symptome von Diabetes mellitus Typ 2?

Bei Typ-2-Diabetes, an dem laut dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e. V. rund 85-95 Prozent aller von Diabetes Betroffenen in Deutschland leiden, sind die Symptome meist weniger auffällig. Ein zu hoher Blutzucker bereitet zunächst keine Beschwerden und bleibt deswegen oft jahrelang unentdeckt. In folgenden Fällen sollte man zur Vermeidung jeglichen Risikos regelmäßig den Blutzucker kontrollieren lassen: Bei Typ-2-Diabetes-Erkrankungen in der Familie, Übergewicht, hohem Cholesterinspiegel und Bluthochdruck. Im Fall einer Schwangerschaft sind Kontrollen des Blutzuckers besonders wichtig, um einen für Mutter und Kind gefährliche Schwangerschaftsdiabetes früh erkennen und therapieren zu können.

Was sind die Symptome von zu niedrigem Blutzucker?

Liegt eine sogenannte Unterzuckerung vor, sinkt der Glukoseanteil im Körper so weit ab, dass die Zellen nicht mehr einwandfrei funktionieren. In Abhängigkeit von der Stärke der Unterzuckerung treten Symptome wie u. a. zittrige Hände, Schweißausbrüche oder Heißhungerattacken auf. Weitere Konsequenzen von zu niedrigem Blutzucker können mangelnde Konzentration, Aggressivität, Krampfanfälle oder ein sogenannter Zuckerschock mit Bewusstlosigkeit sein. Hypoglykämien können ? abhängig von Ausmaß und Häufigkeit ? zu Gehirnschäden und Tod führen.

Andrea Kristian

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